[Rezension] Momo



Momo
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Momo als Buch



Daten                                                                                    
Michael Ende
Thienemann Verlag
14,99€ (Gebundene Ausgabe mit Lesebändchen und Illustrationen)
304 Seiten
Empfohlen ab 12 Jahren
ISBN: 3522177509
Autorenporträt
Michael Ende wurde 1929 als Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende in Garmisch-Partenkirchen geboren und starb im August 1995 in Stuttgart. In einer nüchternen, seelenlosen Zeit hat er die fast verloren gegangenen Reiche des Phantastischen und der Träume für die Kinder wie für die Erwachsenen zurückgewonnen und wurde mit Büchern wie "Die unendliche Geschichte" und "Momo" weltberühmt.§Er zählt heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern und war immer ein ausgesprochen vielseitiger Autor. Neben Kinder- und Jugendbüchern hat er poetische Bilderbuchtexte und Bücher für Erwachsene, Theaterstücke, Opernlibretti und Gedichte geschrieben. Viele seiner Bücher wurden verfilmt oder für Funk und Fernsehen bearbeitet. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Preise.§Seine Bücher haben bislang eine weltweite Gesamtauflage von über 20 Millionen erreicht und sind in nahezu 40 Sprachen übersetzt.
Inhalt / Klappentext
Eine gespenstische Gesellschaft "grauer Herren" ist am Werk und veranlassen immer mehr Menschen, Zeit zu sparen. Aber in Wirklichkeit betrügen sie die Menschen um diese ersparte Zeit. Als die Not am größten ist und die Welt ihnen schon endgültig zu gehören scheint, entschließt sich Meister Hora, der geheimnisvolle "Verwalter der Zeit", zum Eingreifen. Doch dazu braucht er die Hilfe eines Menschenkindes. Die Welt steht still und Momo, die struppige kleine Heldin der Geschichte, kämpft ganz allein, mit nichts als einer Blume in der Hand und einer Schildkröte unter dem Arm, gegen das riesige Heer der "grauen Herren" - und siegt auf wunderbare Weise.

 Quelle: Hugendubel 

Meine Buchrezension
Von Michael Ende habe ich bereits „Die unendliche Geschichte gelesen“ und ich war ziemlich begeistert, weil ich einen solchen Schreibstil noch nie erleben durfte, und das als Vielleser. Ich möchte auch anmerken, dass ich kein Cover Käufer bin und würde sagen, dass es schönere Buchcover gibt, dennoch finde ich, dass dieses Cover so mysteriös und poetisch aussieht, daher war ich sehr interessiert an der Geschichte. In einem Leseclub in der Schule wurde dieses Buch des Öfteren angesprochen, also habe ich mir – gerade weil die Geschichte so toll klingt – vorgenommen, „Momo“ ganz zeitnah zu lesen.

In einer Ruine wohnt ein kleines Mädchen namens Momo. Momo sieht nicht ganz normal aus, was daran liegen könnte, dass sie nicht weiß, wer oder wo ihre Eltern sind und sich eventuell nicht gepflegt hat. Außerdem sagt sie, dass sie über 100 Jahre alt ist und sich selber den Namen „Momo“ gegeben hat. Das beunruhigt die Bewohner, die sie gefunden haben. Ganz schnell finden sie aber heraus, dass Momo eine sehr liebevolle Person ist und eine ganz besondere Gabe besitzt, nämlich zuzuhören. Sie freundet sich mit allen Bürgerinnen, Bürgern und Kindern an und wird stets besucht. Nun allerdings kommt eine Gemeinschaft von „grauen Herren“ und möchte, dass die Menschen Zeit sparen, lügen bei ihrer Begründung aber. Im Ernst verfolgen sie eine ganz andere Intention, die Meister Hora mit seiner Schuldkröte Kassiopeia und Momo verhindern wollen. Ob das gutgeht?

Wie bereits erwähnt hat mich der Leseclub dazu überzeugt, dieses Buch zu lesen, aber ich war mir nicht so sicher, ob ich erneut begeistert sein werde. Diese Sorge, von einem Autor plötzlich enttäuscht zu werden, habe ich oft, weil man stets ein gutes Meinungsbild über Schriftsteller haben möchte. Nachdem ich „Momo“ beendet habe, war ich mir sicher, dass ich mir solche Gedanken nicht mehr bei Michael Ende machen sollte, denn dieses Buch begeistert sowohl junge als auch ältere Leser.

In dem Buch erweist sich Michael Ende mal wieder als sehr poetisch, denn während man „Momo“ liest, kommt es einem so vor, als läse man ein Gedicht – aber ein sehr gutes Gedicht. Der Roman spielt an verschiedenen Orten, zum Beispiel in der Ruine, im Restaurant, bei Meister Hora… All diese Orte würde ich gerne mal besuchen, denn sie hören sich sehr schön an, gerade weil Michael Ende sie genial beschreibt.

Das ist eine Andeutung, warum ich „Momo“ an einem Tag durchlesen konnte: Der Schreibstil. Dieser Aspekt zeichnet Michael Ende als ausgezeichneter Autor aus, denn er beschreibt Gefühle und Emotionen einfach nur herrlich. Man möchte immer wissen, wie es weitergeht, wie sich die Konstellationen etc. entwickeln. Michaels Poesie ist auch sehr stark zu loben; wenn man dieses Buch liest, wünscht man sich A) mehr Seiten und B) einen genialen Erzähler, der dieses geniale Buch vorliest und diese Poesie rüberbringen kann.

Dieser Roman ist in drei Teile untergliedert. Diese sind wiederum in Kapitel mit Unterschriften unterteilt, welche sogar noch mehr Interesse wecken, diese Geschichte zu lesen. Wie bei „Die unendliche Geschichte“ schreibt der Autor aus der „Er/Sie-Perspektive“, was meiner Meinung nach am besten passt, um die Geschichte verfolgen zu können. Der Erzähler nimmt Bezug zu den Gefühlen und Handlungen aller Figuren aus dem Buch und somit kann man sagen, dass „Momo“ ein sehr vielfältig gestaltetes Buch ist.

Momo ist meine Lieblingsfigur, da sie mutig und stark ist. Sie traut sich, gegen die „grauen Herren“ anzutreten, was sich nicht jedes Mädchen trauen würde. Außerdem ist sie eine sehr gute Freundin, wie man sehr schnell feststellt, da sie sich mit jedem unterhält und mit jedem spielen möchte. Des Weiteren besitzt sie eine außerordentliche Gabe, nämlich, zuzuhören. Momo löst Konflikte, indem sie die ganze Zeit rumsitzt und zuhört, was ich sehr schön ausgearbeitet fand. Sie kann stundenlang aufmerksam zuhören, was ich im Traum nicht könnte. Mitleid hat man auch mit ihr, wenn sie nämlich traurig ist, zerbricht einfach nur das Herz.

Kassiopeia fand ich auch sehr cool, weil diese Schildkröte zu schlau war. Sie kann in die Zukunft sehen und dementsprechend handeln, sie kann „sprechen“. Wer Schildkröten für langweilig hält, „soll zu Momo gehen“ (wer das Buch gelesen hat, versteht es) und sehen, dass dem nicht so ist.

Die Freunde von Momo fand ich ebenfalls sehr sozial, weil sie hilfsbereit sind und insgesamt zeigen alle Charaktere, was Freundschaft bedeutet und was sie ausmacht.

Bewertung:
„Momo“ von Michael Ende ist mein neues Lieblingsbuch und auch ein Jahreshighlight. Man kann das Buch schnell lesen und fiebert einfach die ganze Zeit mit. Eine ausgezeichnete Fantasy Geschichte, die ich jedem empfehlen kann. Ich vergebe volle 5/5 Sternen!!!


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